Einzelansicht

Vom: 19. Juli 2012
Begrenzung der Dispo-Zinsen ist überfällig!
Eine aktuelle Studie des Bundesverbraucherministeriums weist nach: Oft sind die Dispo-Zinsen für die Überziehung des Girokontos noch immer zu hoch. Dazu erklärt der finanzpolitsche Sprecher:
Christian Görke
Bild Christian Görke, MdL (DIE LINKE)

Christian Görke, MdL

Die Milliardentransfers für angeschlagene Banken gehen in die nächste Runde, die Banker-Boni wachsen wieder - doch die Kund_innen werden von vielen Instituten weiterhin mit Wucherzinsen bei Überziehungskrediten ausgenommen. Spätestens das Ergebnis ihrer selbst angeforderten Studie muss die Bundesregierung aufrütteln: Ihre lauen Appelle an die Banken  reichen nicht, eine Gesetzesinitiative gegen Zinswucher ist überfällig.  

DIE LINKE-Fraktion im Landtag Brandenburg wird dazu mit dem Koalitionspartner SPD einen Antrag einbringen, der die Landesregierung bittet, sich auf Bundesebene zum Schutz der Verbraucher_innen für gesetzliche Regelungen zur Begrenzung der Zinssätze für eingeräumte Dispositionskredite und geduldete Überziehungskredite einzusetzen.

Bereits vor Monaten waren die Zahlen unmissverständlich: Privatkunden müssen in Deutschland einen durchschnittlichen Dispo-Zins von 10,24 Prozent zahlen. Im Vergleich dazu liegt der durchschnittliche Dispo-Zins in den Nachbarländern Österreich und den Niederlanden nur bei 5,52 Prozent bzw. 6,69 Prozent (Stand des Vergleichs: Februar 2012).

Das hohe Dispo-Zinsniveau in Deutschland ist nicht nachvollziehbar. Während der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank in Folge der Finanzkrise seit 2008 um 3,25 Prozentpunkte von 4,25 auf inzwischen ein Prozent gesunken ist, sind die ohnehin hohen Zinsen für Dispositionskredite im selben Zeitraum nur unwesentlich gesenkt worden.

Es bleibt skandalös, dass die Banken in Deutschland aus finanziellen Engpässen ihrer Privatkunden derart Kapital schlagen. Die jüngste Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung sowie des Instituts für Finanzdienstleistungen analysiert, dass die Einnahmen "zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet" würden.

Zur Erinnerung: Bislang hat Schwarz-Gelb einen konkreten Vorschlag der Fraktion DIE LINKE blockiert. Er lautet: Dispo-Zinsen dürfen höchstens 5 Prozent über dem Basiszinssatz liegen, den die Bundesbank halbjährlich veröffentlicht. Derzeit liegt der Wert bei 0,12 Prozent, womit ein maximaler Dispo-Zins in Höhe von 5,12 Prozent zulässig wäre.


Übermittlung Ihrer Stimme ...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

Wir sind für Sie da

Für alle Fragen rund um Pressemitteilungen, Gesprächswünsche zu Abgeordneten und die Berichterstattung über Aktivitäten und Initiativen der Landtagsfraktion sind wir Ihre Ansprechpartner_innen.

Pressesprecherin

Alexa Lamberz

FON: 0331 / 966 15 37
FAX: 0331 / 966 15 40

MAIL

Portrait Pressesprecherin Alexa Lamberz (DIE LINKE)

Stellv. Pressesprecher

Sven Rosig

FON: 0331 / 966 15 44
FAX: 0331 / 966 15 05

MAIL

 

Foto Sven Rosig

Suche

Pressemitteilungen

18.06.2013 Torsten Krause
Unhaltbare Zustände in den Heimen der Haasenburg GmbH
Mehr
17.06.2013 Christian Görke:
17. Juni 1953: Erinnerung bewahren – in den weltpolitischen Kontext einordnen
Mehr
16.06.2013 Christian Görke:
Vorwurf der "Fixierung" im Kinder- und Jugendheim aufklären
Mehr

Fraktion auf Facebook

Linke Links

Logo DIE LINKE Landesverband Brandenburg
Logo DIE LINKE Bundestagsfraktion
Logo DIE LINKE Bundespartei
Logo Rosa Luxemburg Stiftung (Land Brandenburg)
Logo Rosa Luxemburg Stiftung (Bund)
Logo kommunalpolitisches forum Land Brandenburg
Logo solid landesverband brandenburg
Logo solid bundesverband
Logo neues deutschland - Sozialistische Tageszeitung